Weitere Stellungnahmen (auch zur Haltung von Legehennen) finden Sie auf unserer Homepage, www.tierschutz-landwirtschaft.de, unter “Aktuelles”.

Stellungnahme zur praxisĂĽblichen alternativen Hennenhaltung

22. Universität Kassel / Witzenhausen:
Fölsch, Hörning u.a.:
Machbarkeitsstudie “Ausstieg aus der Käfighaltung”

21. EpiLeg - Orientierende epidemiologische Studie in Legehennenhaltungen verschiedener Systeme (Kurzfassung):

20. Protestbrief an Minister Seehofer wegen Minister Ehlens Anleitung zum VerstoĂź gegen die Hennenhaltungs- verordnung (siehe Nr. 19)                                        02.04.2008

19. Skandal: Minister Ehlen (Hannover) unterläuft die Hennenhaltungsverordnung!                                             28.03.2008

18. Peter Singer: Wer zahlt fĂĽr die Vogelgrippe?
Nachdenkliches und Verschwiegenes zur Vogelgrippe

17. Neue Verordnung zur GeflĂĽgelpest
GeflĂĽgelpest-Verordnung vom 18.10.2007

16. Aufstallungsgebot abermals verlängert
Am 16.02.07 stimmte der Bundesrat der vom BMELV auf Empfehlung des FLI vorgeschla- genen Verlängerung des Aufstallungsgebots zu.
Die AGfaN e.V. lehnt diese Art der Seuchenpolitik ab, denn sie macht die Massentierhal- tungsanlagen nicht sicherer, wie der letzte Ausbruch in England beweist, und ist geeignet, der  Freilandhaltung von GeflĂĽgel den Garaus zu bereiten ... was den GeflĂĽgelbaronen sehr recht wäre.
Lesen Sie hierzu unsere
Pressemitteilung vom 22.02.2007.

15. Neue Hennenhaltungsverordnung erlassen
Wir lehnen die neue Haltungsverordnung ab, weil die den Großgruppenkäfig zulässt.
Lesen Sie 
hier (Nr.12)

14. Verordnung ĂĽber SchutzmaĂźnahmen beim Auftreten der GeflĂĽgelpest bei einem wildlebenden Vogel und zur Ă„nderung der GeflĂĽgel-Aufstallungsverordnung
vom 8. September 2006
(Wildvogel-GeflĂĽgelpestschutzVO)
Unter dem Etikett “Tierschutz” sichern Minister Seehofer, die Bundesregierung und die Bundesländer den Fortbestand der Agrarfabriken sowie die wirtschaftlichen Interessen der Großagrarier. Tatsache ist nämlich, daß bisher in Europa nur Intensivhaltungen betroffen waren. In Deutschland erkrankten bis zu ihrer Keulung nur wenige von etwa 5000 vorschriftsmäßig hermetisch abgeriegelten (“aufgestallten”) Puten. Offenbar sind diese durch die schlechten Haltungsbedingungen gestreßten Tiere empfänglicher für das H5N1-Virus!
Den Text der VO finden sie
hier

13. Minister Seehofer verlängert die Aufstallpflicht!
Die neue Verordnung zur Aufstallung des GeflĂĽgels ker- kert die Tiere auf Dauer ein!
“Mit dem ErlaĂź der neuen “Verordnung ĂĽber SchutzmaĂźnahmen beim Auftreten von GeflĂĽgelpest bei NutzgeflĂĽgel” (NutzgeflĂĽgel- GeflĂĽgelpestschutzVO) vom 10.08.06 bestätigt sich Bundesminister Horst Seehofer als Totengräber der Freilandhaltung!”, erklärt Eckard Wendt, der Vorsitzende der AGfaN e.V. “Die möglichen Ausnahme- regelungen sind nichts als `Opium fĂĽr das Volk´. Jeder, der sein GeflĂĽgel in Freiland- haltung leben lassen will, muĂź ab sofort strengste und sehr teure  veterinärmedizinische Auflagen erfĂĽllen. Das kann ehrlichen Freilandhaltern schnell in den Ruin treiben. Auf diese Weise macht sich Seehofer zum willfährigen Handlanger der HĂĽhnerbarone.”
In der Nähe von Feuchtgebieten mit Wasservögeln und in Gebieten mit hoher Tierdichte wird es deshalb in Zukunft keine Freilandhaltungen mehr geben. 
Lesen Sie die neue Verordnung 
hier

12.
Bundesregierung erlässt neue Hennenhaltungsverordnung und erlaubt “Seehofer-Käfig”
Es ist nicht zu fassen: Die Bundesregierung und Bundesminister Seehofer setzen den Bun- desratsbeschluss vom 07.04.06 um. Damit wird die Nutzungsdauer der vom Bundesver- fassungsgericht am 06.07.1999 als tierschutzwidrig verbotenen herkömmlichen Legekä- fige um weitere zwei Jahre bis Ende 2008 verlängert. Außerdem wird der in betrügeri- scher Absicht als “Kleinvoliere” bezeichnete Großgruppenkäfig für bis zu 60 Hennen mit einer um nur 8 cm leicht vergrößerten max. Höhe von 60 cm am Fressgitter und 800 cm²/ Henne bis 2 kg Durchschnittsgewicht je Henne (900 cm² bei über 2 kg) auf Dauer zuge- lassen. Auch dieser “Seehofer-Käfig” ist nur bei Dämmerlicht wirtschaftlich zu betreiben, also unter tierquälerischen Lichtverhältnissen. Dabei vegetieren die Hennen wei- terhin auf Dratgitterboden. Auf der “Staubbad-Fläche” erhalten die Hennen vielleicht sogar mehlförmiges Futter (wenn Besucher im Stall sind). Die Sitzstangen sind zwar auf zwei Ebenen angebracht, die höheren erlauben aber nicht das aus ethologischer Sicht erfor- derliche erhöhte Sitzen. Vielmehr stellen die Stangen in der vorgesehenen Anordnung eher Stolperstangen dar.
Bitte lesen Sie unsere
Stellungnahme zu diesem Käfigsystem (der sog. Kleinvoliere).
Die Pressemitteilung der Bundesregierung zur neuen Hennenhaltungsverordnung finden sie 
hier
Verordnung ĂĽber SchutzmaĂźnahmen beim Auftreten von GeflĂĽgelpest bei NutzgeflĂĽgel
(NutzgeflĂĽgel- GeflĂĽgelpestschutz- verordnung)

11.
Verwaltungsgericht Oldenburg bestätigt Käfigverbot!
Schwerer Dämpfer für die Hühnerbarone!
Die 11. Kammer des Verwaltungsgerichts Oldenburg hat mit einem am 22. März 2006 verkündeten Urteil (Az: 11 A 3583/05 und 11 A 3585/05) zwei Klagen eines Legehennenhaltungsbetriebs, welcher etwa 90.000 Tiere in herkömmlichen Batteriekäfigen hält, abgewiesen. Im Mittelpunkt der Verfahren stand eine im Jahre 2002 von dem Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft mit Zustimmung des Bundesrates erlassene Verordnung zur Haltung von Legehennen. Diese sieht vor, dass die herkömmliche Käfigbatteriehaltung (mit einem Platz pro Henne von 550 cm²) ab dem 1. Januar 2007 nicht mehr zulässig ist, sondern die Tiere mindestens in Volieren mit einer Fläche von 1,5 x 2 m und einer Höhe von mindestens 2 m bzw. in Boden- bzw. Freilandhaltung unterzubringen sind und hierbei pro Tier eine Fläche von etwa 1100 cm² zur Verfügung stehen muss. Regelungen waren wegen einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 1999, welches die bisherigen Vorschriften über die Legehennenhaltung aus Tierschutzgründen als unwirksam angesehen hat und Vorgaben aus dem europäischen Recht erforderlich geworden. Der klagende Betrieb hatte vor allem eingewendet, dass solche grundlegenden Bestimmungen nur durch das Parlament und nicht durch die Verordnung eines Ministeriums getroffen werden dürften. Außerdem stehe einer Änderung der Bestandsschutz der erteilten Genehmigungen entgegen.
Beiden Argumenten vermochte das Gericht nicht zu folgen und hat die Klagen abgewiesen. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung hat die Kammer sowohl die Berufung zum Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht als auch die sogenannte Sprungrevision zum Bundesverwaltungsgericht zugelassen. Eine schriftliche Urteilsbegründung liegt noch nicht vor.
Hinzuweisen ist darauf, dass es derzeit im politischen Raum Bestrebungen gibt, die Regelungen über die Legehennenhaltung zu ändern und auch wieder kleinere Haltungsanlagen zuzulassen.
(Quelle:
Verwaltungsgericht Oldenburg)



10.
Das Ammenmärchen der Käfig-Lobby:
Alle Legehennen in Freilandhaltung ist unmöglich.

9.
Der Eier-Code ersetzt nicht die Verpflichtung zur offenen Deklaration!

Auf Wochenmärkten lose angebotene Eier müssen seit dem 01.07.2005 nicht nur einzeln mit einem Eier-Code versehen sein, der Auskunft über die Haltungsform der Legehennen und die Herkunft gibt, sondern weiterhin ist auch die Haltungsform deutlich und eindeutig erkennbar auf einem Beistellschild offen anzugeben mit “Eier aus ökologischer Haltung”, “Eier aus Freilandhaltung”, “Eier aus Bodenhaltung” oder “Eier aus Käfighaltung”. Hierauf sollten alle Kunden achten.
AusfĂĽhrliche Informationen finden Sie auf den nachfolgenden Seiten, eine Kurzfassung auf unserem
Infoblatt zur Eierdeklaration.

8.
Deklarationspflicht für Eier verschärft!
Ab 01. Juli 2005 müssen auch selbstvermarktende Halter kleiner Legehennenbestände von bis zu 349 Tieren alle von ihnen auf Wochenmärkten angebotene Eier einzeln stem- peln (Verordnung (der EG) Nr. 2295/2003 der Kommission vom 23.12.2003 mit Durch- führungsbestimmungen zur Verordnung (EWG) Nr. 1907/90 des Rates über bestimmte Vermarktungsnormen für Eier”). Hierzu ist es erforderlich, dass sie bei der zuständigen Landesbehörde eine Betriebsnummer beantragen und ihre Hühnerhaltung wegen der Zuordnung zur Haltungsform (Öko-, Freiland-, Boden- oder Käfighaltung) vom Veteri- näramt des Kreises begutachten lassen.
Für die Verbraucher bedeutet dies: Auf Wochenmärkten darf ab dem 01.07.05 kein Händler mehr ungestempelte Eier anbieten! Wo dies dennoch der Fall ist, sollte unbedingt die Markt- aufsicht und möglichst auch das Verbraucherschutzamt / die Lebensmittelauf- sicht (meist ist dies das Veterinäramt) zum Einschreiten aufgefordert werden. Wenn Sie damit keinen Erfolg haben, senden Sie bitte eine Mail an die AGfaN e.V.

7.
Stellungnahme zum SchnabelkĂĽrzen
Eine Stellungnahme zum SchnabelkĂĽrzen, das auch bei Legehennen weitverbreitet durchgefĂĽhrt wird, finden Sie auf der Homepage der AGfaN e.V. Hinweis: Bei Legehennen wird ein anderes Verfahren angewendet, die Wirkung und die Folgen sind aber gleichermaĂźen fatal fĂĽr die Tiere.
6.
Pressemitteilung (15.03.2005)

Lose Eier:
Korrekte Kennzeichnung fehlt oft!

Auf Höckerpackungen lose angebotene Eier werden in Geschäften und auf Wochenmärkten oft nicht korrekt ausgezeichnet. Dieses Fazit zieht die „Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung“ e.V. (AGfaN) nach zahlreichen Kontrollen. Die meisten Eier sind zwar inzwischen mit dem vorgeschriebenen Code gestempelt, es fehlt aber bei lose angebotenen Eiern oft die verbindlich vorgeschriebene und „für den Verbraucher deutlich und eindeutig sichtbare“ offene Angabe der Haltungsform, z.B. „Eier aus Freilandhaltung“. Die AGfaN e.V. kritisiert, dass es einigen Lebensmittelüberwachungsämter am Willen zur Durchsetzung der bereits seit Januar 2004 geltenden Vorschriften zur Eierkennzeichnung mangelt.

Falsch deklarierte Eier in Höckerpackungen auf einem Wochenmarkt: Es fehlt die Angabe der Haltungsform.
(
Alle Fotos: Eckard Wendt / AGfaN e.V.)

 

 

Die EU-weit geltende Eiervermarktungsnorm [Verordnung (EWG) Nr. 1907/90] wurde zum Schutz der Verbraucher vor irreführenden Angaben erlassen. Sie soll sicherstellen, dass die Verbraucher vom Anbieter deutlich auf die Haltungsform der Legehennen hingewiesen werden. Das gilt nicht nur für Eier in Kleinverpackungen, auf denen die Art der Legehennenhaltung aufgedruckt sein muss, sondern ebenso für lose angebotene Eier, bei denen ein Schild mit dem Hinweis in Form von „Eier aus ökologischer Haltung“, „Eier aus Freilandhaltung“, „Eier aus Bodenhaltung“ oder „Eier aus Käfighaltung“ verbindlich vorgeschrieben ist. Eine Erklärung des Codes, also die Sammelangabe der vier Haltungsformen ist nicht ausreichend.

Ganz offensichtlich versuchen Einzelhändler, Großhändler und besonders Marktbeschicker, die diese Vorschrift nicht einhalten, den Verbrauchern Eier aus Käfighaltung unterzujubeln“, so Eckard Wendt, der Vorsitzende der AGfaN e.V.

Eier mit solchen Abrollringen kommen aus der Käfighaltung. Nicht immer sind die Ringe sind schon bei Tageslicht zu erkennen. Wer eine UV-Lampe (Geldscheinlampe) hat, kann mit deren Hilfe auf Spurensuche gehen.

Die beiden geraden, hellen Linien sind hier nur schwach zu erkennen. Sie laufen schräg ganz oben fast am Rand und etwas unter der Mitte am oberen Rand des Stempelaufdrucks über das Ei
 

 

Die AGfaN e.V. bittet alle Verbraucher, keine Eier zu kaufen, bei denen die eindeutige Angabe der Haltungsform fehlt und Käfig-Eier abzulehnen. Ausführliche Informationen zum Eier-Code und zur Haltung von Legehennen gibt es im Internet unter www.eier-deklaration.de.

Der Eier-Code: Die erste Stelle gibt die Haltungsform an. Die "0" steht für "Ei aus ökologischer Haltung".

Weitere Kennziffern: 1 = Ei aus Freilandhaltung, 2 = Ei aus Bodenhaltung,
3 = Ei aus Käfighaltung

Beispiel links: 0-DE-0311101
0    = Ei aus ökologischer Haltung
DE = Herkunftsland Deutschland
03 = Bundesland Niedersachsen
Ziffernfolge 11101 = Betriebsnummer = Betrieb Tiemann-Glitten
letzte Ziffer (hier "1") = Nummer des Stalls im Betrieb

Wer unter
www.was-steht-auf-dem-ei.de den Eier-Code eingibt, kann erfahren, aus welchem Betrieb das Ei stammt
(vorausgesetzt der HĂĽhnerhof ist dem Verband "KAT" angeschlossen).

Da sich die landwirtschaftliche Presse weigerte, unsere Stellungnahme zur praxisüblichen und damit leider vielfach tierquälerischen Legehennenhaltung in alternativen Haltungssystemen zu veröffentlichen, geben wir Ihnen den ganzen Text zur Kenntnis unter:
http://www.tierschutz-landwirtschaft.de/html/stellungnahme_zur_alternativen.html

5.
Bundesrat:
Erpressungsversuche gehen weiter!

Auch bei seiner Sitzung am 17.12.2004 setzte die Mehrheit des Bundesrates ihren Versuch fort, die Bundesregierung durch Geiselnahme der Schweine dazu zu zwingen, die Lebensbedin- gungen der Legehennen wieder drastisch zu verschlechtern. So drohen nun der Bundesrepublik Deutschland wegen Nichtumsetzung der EU-Schweinehaltungsrichtlinie (RL 91/630/EWG) ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichts- hof und wahrscheinlich empfindliche Buß- geldzahlungen.
  
Die Lobby der Geflügelwirtschaft und einige ihrer lohnab- hängig Beschäftigten (Gelbkappen) demonstrierten dafür, auch zukünftig Legehennen in enge Drahtgitter-Käfige sper- ren und so Profit auf Kosten des Wohlbefindens der Tiere machen zu dürfen.

Foto: Eckard Wendt

Obwohl die Bundesländer der Hennenhaltungsverordnung vom 28.02.2002 mit großer Mehrheit zugestimmt hatten, koppeln sie seit geraumer Zeit ihre Zustimmung zur Schweinehal- tungsverordnung an die Änderung der Hennenhaltungsverordnung. Damit lassen sich die be- treffenden Bundesländer zu Handlangern der Betreiber von Legebatterien machen! Das passiert zulasten der Schweinehalter, denen es wegen des nicht sachgerechten Kopplungsgeschäfts jetzt weiterhin an der für ihre Investitionen erforderlichen Planungssicherheit mangelt.
Wir hoffen, dass sich die Bundesregierung nicht erpressen lässt und an der zum 01.01.2007 vorgesehenen Abschaffung der tierquälerischen Hühnerhaltung in Legekäfigen festhält.

Oben Gitter, unten Gitter, rechts Gitter und links Gitter (zit. nach Bundesministerin KĂĽnast): Der GroĂźgruppenkäfig ist und bleibt ein Legekäfig, auch wenn der Bundesverband Deutsches Ei e.V. und die Deutsche FrĂĽhstĂĽcksei GmbH ihn mit dem Mittel der Selbstbeweihräucherung und zur IrrefĂĽhrung der VerbraucherInnen vollmundig als “Kleinvoliere” anpreisen. Fliegen können die Hennen darin schon mal gar nicht, Wenn sie bei dem herrschenden Dämmerlicht umhergehen wollen, mĂĽssen sie fast ĂĽberall unter den niedrigen oberen Sitzstangen hindurchkriechen. Auf den oberen Stangen ist nur Ruhen in kauernder Haltung, nicht aber entspanntens Sitzen möglich, denn der Abstand zum oberen Gitter beträgt keine 25 cm!                                                     
Aufnahme: Eckard Wendt


Gemeinsam mit anderen Tierschutzverbänden demonstrierten Mitglieder der AGfaN e.V am 17.12.2004 vor dem Bundesrat in Berlin gegen die von der Geflügelhalter-Lobby verlangte Zulassung der nur leicht veränderten sogenannten “ausgestalteten” Legekäfige.


Die AGfaN e.V. nahm an der Demonstration vor dem Bundesrat mit zahlreichen Transparenten teil.
Foto oben links: Rita Pitterowa, Elisabeth Petras und Ingrid Wendt. (c Eckard Wendt / AGfaN e.V.)

Foto oben Mitte: Elisabeth Petras mit “Sandwich” und dem Poster “Legehennen wissen, was sie wollen: Nichts wie raus aus dem Legekäfig!”

(c Ernst Ulich / Tier & Mensch e. V., Berlin; Homepage:
www.tumev.de)
Foto oben rechts: Maria GroĂź (AgfaN-Mitglied) und ein Mitglied von Tier & Mensch e.V., Berlin
(c Ernst Ulich / Tier & Mensch e.V.,
www.tumev.de)

Foto links: Nachdem die “Gelbkappen” abgezogen worden waren, stellten wir uns noch einmal vor dem Eingang zum  Bundesrat auf (von links: Rita Pitterowa, Elisabeth Petras, Ingrid und Eckard Wendt) Das Foto machte dankenswerterweis Thomas Pietsch vom Verein “Vier Pfoten” e.V. (Homepage: www.vier-pfoten.de)

 

4.
Die Schweinerei mit den HĂĽhnern     Baden-Baden, 19.12.2004

Kam die gute Nachricht für die deutschen Hühner zu früh? Die EU sieht die Käfighaltung bis 2011 vor - doch Renate Künast wollte die Hühnerbefreiung in Deutschland ab 2007. Sie hatte versprochen: Ab 2007 geht es den Hühnern in Deutschland besser - zumindest den über 90 Prozent, die in engen Käfigen von der Größe eines DIN-A4 Blattes ihr Leben fristen müssen.


Doch jetzt hat die CDU/CSU-Mehrheit im Bundesrat gedroht, diese Bestimmung wieder zu kippen - mit einer abenteuerlichen BegrĂĽndung: Die von einer EU-Richtlinie geforderte Verbesserung der Schweine- haltung dĂĽrfe in Deutschland nur in Kraft treten, wenn die HĂĽhner auch nach 2007 eingepfercht bleiben.

c  Eckard Wendt

Diese Schweinerei mit den Hühnern verstehe, wer wolle. Eines steht aber fest: Wenn die Verbesserungen für die Schweine ausbleiben, wird der Bund Strafgeld nach Brüssel zahlen müssen, nicht die Länder. Dann aber werden dieselben Länder, die jetzt diese Schweine- rei im Bundesrat betreiben, Renate Künast vorwerfen, sie würde zwar die Hühner, nicht aber die Schweine lieben.

Und was macht die tierliebende Bauernlobby?
Artgerechte Tierhaltung war dem Deutschen Bauern- verband noch nie ein Herzensanliegen, sonst würde es in Hühner- und Schweineställen längst anders aussehen. Tierquälerei ist vielen Bauern in Deutschland (und anderswo) ziemlich gleich- gültig. Nur die Verbraucher können jetzt den Hühnern noch helfen: Konsequent Bio-Eier oder Eier von freilaufenden Hühnern kaufen.

Alle Politiker, auch die der „christlichen“ Parteien, die noch vor kurzem für das „Staatsziel Tierschutz“ im Grundgesetz gestimmt haben, müssten jetzt aufschreien, wenn wir als Wählerinnen und Wähler diese Politiker noch ernstnehmen sollen. Das Vorhaben des Bundesrats verstößt gegen das Grundgesetz und das Tierschutz- gesetz!

Autor und Bild links: Franz Alt

3.
Ă–sterreich
1. Die Alpenrepublik verbietet den herkömmliche Legekäfig ab 2008, also drei Jahre vor den übrigen EU-Ländern und ein Jahr nach der Bundesrepublik Deutschland.
2.   Ab 01. Januar 2005 dĂĽrfen in Ă–sterreich keine “ausgestalteten Käfige” mehr installiert werden! Bestehende Anlagen dieser Art haben allerdings noch 15 Jahre Bestandsschutz gerechnet von der ersten Inbetriebnahme. Das Gesetz wurde am 28.09.2004 veröffentlicht.
Das neue Tierschutzgesetz von Ă–sterreich finden Sie hier
3. Umstellungsbeihilfen fĂĽr Legebatteriebesitzer in Ă–sterreich:
Landwirtschaftsminister Pröll stellt Sonderinvestitionsprogramm Tierschutz vor
Auch Handel und Konsumenten sind gefordert
Wien (22.10.2004) Das Bundestierschutzgesetz tritt mit 1. Jänner 2005 in Kraft. Während die europaweit das Käfigverbot bei der Legehennenhaltung ab 2012 gilt, hat der Nationalrat in einer Vierparteieneinigung für Österreich ein vorzeitiges Käfigverbot mit 31.12. 2008 beschlossen. Um den betroffenen heimischen Betrieben den Umstieg auf Alternativhaltung rechtzeitig zu ermöglichen, hat Landwirtschaftsminister Josef Pröll heute im Landwirtschaftsausschuss die Eckpunkte eines Sonderinvestitionsprogramms im Legehennebereich vorgestellt: in den nächsten Jahren sollen bis zu 16 Mio. Euro für den Umstieg in artgerechte Haltung investiert werden. Pröll: „Wir stellen damit die Weichen zum weiteren Ausbau artgerechter Haltung in Österreich. Aber diese Investitionen können sich nur dann lohnen, wenn auch Handel und Konsumenten das heimische Angebot aus artgerechter Produktion aufgreifen und nicht auf Importware mit niedrigeren Produktionsstandards zurückgreifen.“****
Mit einem Zuschuss von 20 % der Investitionskosten soll Landwirten bei Umstellung von Käfighaltung in alternative Haltungssysteme, d.h. Boden- oder Freilandhaltung, unter die Arme gegriffen werden. Landwirtschaftsminister Pröll wird gemeinsam mit den Ländern die dazu notwen- digen Finanzmittel von bis zu 16 Mio. € in den nächsten Jahren zur Verfügung stellen. Das Sonderinvestitionsprogramm soll den betroffenen Betrieben jedenfalls ab 1. März 2005, d.h. bereits 3 Monate nach Inkrafttreten des Bundestierschutzgesetzes zur Verfügung stehen. Dies teilt das Lebensministerium mit.
Pressesprecher des Ressorts: gerhard.popp@lebensministerium.at

4. Der “ausgestaltete Käfig” ist noch nicht ausgereift!
Zu dieser Feststellung sah sich der Leiter der Abteilung Tierschutz und Tierhaltung im Wiener Ministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, Dr. Konrad Blaas, bei der Fachtagung des “Zentralverband Eier” (ZVE) in Wien veranlasst. (Quelle: DGS 44/2004, S. 3

5. Kommentar:
Herzlichen Dank der Regierung von Ă–sterreich, die mit der Ăśbernahme des Tierschutzes in die Bundeskompetenz einen ersten Markstein setzte und nun auch Nägel mit Köpfen machte! Da- mit verpufft die durchsichtige Argumentationsstrategie der deutschen Legebatteriebetreiber, die der Bundesregierung bisher einen unverantwortlichen Alleingang in Sachen Legehenen- haltung  unterstellte.

2.
Pressemitteilung der AGfaN e.V vom 15.09.04:
Verhandlungen gescheitert
Keine „Kleinvoliere“

Kläglich scheiterte jetzt die vom Verbraucherschutzministerium moderierte „Arbeitsgruppe Kleinvoliere“. Die Tier- schutzorganisationen lehnten die von den Besitzern der Legebatterien propagierte Kleinvoliere als plumpen Etikettenschwindel und üblen Versuch der Verbrauchertäuschung ab, mit dem die Haltung von Hennen in Käfigen über das Jahr 2011 hinaus festgeschrieben werden soll.

Als „alten Wein in neuen Schläuchen“ bezeichnet Eckard Wendt, Vorsitzender der „Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung – gemeinnütziger Tierschutzfachverband“ (AGfaN e.V.) die vom „Bundesverband Deutsches Ei“ als „innovative Weltneuheit“ glorifizierte „Kleinvoliere“, bei der es sich im Prinzip nur um den marginal veränderten „ausge- stalteten Käfig“ handelt. „Dieses ´Kuckucksei´ ist reine Augenwischerei und entspricht weder den Anforderungen der geltenden Hennenhaltungsverordnung noch den Eckwerten, die das „Institut für Tierschutz und Tierhaltung“ der „Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft“ im Juli vorgestellte. Sogar das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 06. Juli 1999 wird durch die Forderung des BDE gröblich missachtet“, so Wendt weiter.

Legehennen brauchen Tageslicht, genügend Platz zum gegenseitigen Ausweichen bei Rangordnungskämpfen, einen Scharrraum und für die Gefiederpflege ein Sandbad sowie deutlich erhöht angebrachte Sitzstangen zum Ruhen. Die Hühnerbarone aber halten die Hennen bei Dämmerlicht, weil sonst Federpicken und Kannibalismus unvermeidbar sind. Sie geben in das „Staubbad“ nur geringe Mengen Legemehl, das von den Tieren sofort aufgefressen wird und auch nicht für die Gefiederpflege geeignet ist. In den nur knapp 50 cm niedrigen Käfigen sind die unteren Sitzstangen nur etwa 10 cm über dem Gitterboden und in der zweiten Ebene auf halber Käfighöhe bei etwa 23 cm angebracht, so dass die Hennen sich auf ihnen nicht bequem aufrichten, sondern nur gebückt kauern können. Gegenseitiges Kloaken- Picken mit schwersten Verletzungen mit Todesfolge kann nur durch das schon bisher praktizierte tierfeindliche Däm- merlicht verhindert werden. Außerdem werden die oben sitzenden Hennen die unteren einkoten, was aus hygienischen Gründen bedenklich ist und auch zu erhöhtem Krankheitsrisiko beiträgt. Angesichts der tierwidrigen Lebensbedingun- gen reicht auch das geringe Platzangebot in den Legenestern, die von den Hennen gern als Schutzraum aufgesucht werden, nicht aus, sodass weiterhin viele Eier auf dem unbequemen Drahtgitterboden gelegt werden.

Fotos vom ausgestalteten Käfig finden Sie  hier

Zu diesem Thema schickten wir der “Deutschen GeflĂĽgelwirtschaft und Schweineproduktion” (DGS), dem wöchentlich erscheinendem Verbandsorgan des “Zentralverband der Deutschen GeflĂĽgelwirtschaft” (ZDG) in Bonn,  bereits am 21.09.04 eine Stellungnahme, deren Veröffentlichung aber abgelehnt wurde:

betrifft: DGS 38/2004, S. 1, 2 und 3 „Tierschutz beendet Diskussion um die Kleinvoliere“
Sehr geehrte Frau Möbius!
Sehr geehrte Damen und Herren!
Zum Thema „BDE-Kleinvoliere“ und der Vorgeschichte senden wir Ihnen folgende Stellungnahme, um deren Veröffentlichung wir Sie bitten.
Es ist das unbestrittene, gute Recht eines Verbandsorgans, Kommentare unter dem Gesichtswinkel der speziellen Interessenslage zu formulieren. Der DGS-Kommentar zum Scheitern der vom BMVEL moderierten Verhandlungen am 13. September 04 hat aber eine Vorgeschichte, die Sie leider nicht verdeutlichten:
-  Die erste Sitzung fand am 01.06.2004 statt. Es wurde dann beschlossen, aus der groĂźen Runde heraus eine kleinere zu berufen, um effektiver beraten zu können.
-  Gegenstand der Beratungen waren einerseits die Ausgangspositionen der Wirtschaft und andererseits die des Tierschutzes sowie die von Herrn Dr. Lars Schrader (FAL-Institut fĂĽr Tierschutz und Tierhaltung) am 19.07.04 vorgestellte Kompromiss-Variante einer Voliere fĂĽr Legehennen, die Sie Ihrer Leserschaft nicht vorgestellt hatten. Bereits am 11. August, also lange vor der zweiten Zusam- menkunft der kleinen Arbeitsgruppe am 13. September, trat der Bundesverband Deutsches Ei e.V. an die Ă–ffentlichkeit und warf dem FAL-Institut TT vor: „Mit dem „Konzept-Modell der vorgeschlagenen ´Kleinvoliere´ entfernt sich die FAL allerdings von den wissen- schaftlichen Erkenntnissen zu den ausgestalteten Käfigen und damit auch von den Erfahrungen der Praxis soweit, dass nur noch sehr begrenzte RĂĽckschlĂĽsse zur Beurteilung dieses Konzept-Modells aus dem Modellvorhaben gezogen werden können.“
- Am 19.08.04, also ebenfalls lange vor der letzten Sitzung der kleinen Arbeitsgruppe, präsentierte der BDE e.V. in einer Presse- mitteilung die „Weltpremiere der neuen ´Kleinvoliere` für Legehennen“, die er entwickelt hatte. Diese wurde in vielen Zeitungen und in der DGS in Nr. 35/04 vorgestellt. Auf dem BDE-Foto der Seite 1 ist ein Käfig ohne Hennen mit Minister Ehlen zu sehen, der einen einmal ausgeklappten Zollstock hinein hält, woran zu erkennen ist, dass die mittlere Höhe nur etwa 45 cm beträgt. Auf dem Foto der Seite 2 sind in dem für immerhin 60 (!) Hennen vorgesehenen Käfig noch nicht einmal ein Dutzend Tiere auszumachen. Zur bislang als zu gering kritisierten Beleuchtungsstärke heißt es im Text lapidar, sie sei „so optimiert, dass das Licht, das auf die Einstreu- fläche falle, heller sei“ … was immer das auch bedeutet und wie auch immer dies in der Praxis gehandhabt werden möge. Dem Bild ist zu entnehmen, dass die Hennen auf den oberen Stangen nur kauern, sich aber nicht aufrichten können. Nichts ist über Er- fahrungen bezüglich der durch die erhöhte Anbringung „optimierten“ Möglichkeit des Bepickens oben sitzender Tiere zu lesen. Der BDE hat den Vertretern des Tierschutzes seine „Kleinvoliere“ bis heute nicht in der Praxis vorgestellt. Wir fragen: Warum wohl hat er dies unterlassen?
-  Am 13.09.04 tagte dann endlich die Kleingruppe erneut. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich der BDE e. V und der mit ihm kooperie- rende ZDG sowie der Bauernverband bereits eindeutig festgelegt. Dies fĂĽhrte dann zum Scheitern! Nach den vorab erfolgten Veröf- fentlichungen der GeflĂĽgelwirtschaft war dies leider abzusehen. Nur deshalb besprachen die beteiligten Tierschutzverbände vorher mögliche eigene Reaktionen, wozu auch die von Ihnen erwähnte Pressemitteilung gehörte. Die Ăśberarbeitung des Textes war in „knapp einer Stunde“ unschwer zu leisten.
Mit freundlichem GruĂź
Eckard Wendt, Vorsitzender der AGfaN e.V

Die Deister und Weserzeitung (DEWEZET), Hameln, veröffentlichte am 14.10.04 dankenswerterweise unseren Leserbrief:

:Betr. DWZ vom 08.10.04, Es kommt dick und vom 09.10.04, Streit um Legehennen geht weiter
Sehr geehrte Damen und Herren!
Sollte die EU gegen Deutschland ein Vertragsverletzungs- verfahren anstrengen und durchsetzen, steht heute schon fest und jeder soll- te es sich merken, dass dies Schuld der von der CDU und der CSU geführten Bundesländer sowie insbesondere auch der rot-roten Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern wäre. Schließlich hatte der Bundesrat die geltende Hennenhaltungsverordnung am erst 19.11.01 mehrheitlich beschlossen! Das Junktim mit der längst überfälligen Schweinehaltungsverord- nung ist auf Druck der unverbesserlichen Hühnerbarone zustande gekommen, die es verstanden haben, die Landwirtschafts- lobby vor ihren eigenen Karren zu spannen. Damit schafften sie Rechtsunsicherheit hinsichtlich Neubauvorhaben mit der Folge, dass Schweine haltende Landwirte von wichtigen Investitionen abgehalten werden! Damit schädigen wenige Massentierhalter insbesondere bäuerliche Betriebe, die an ihre Scholle gebunden sind und nicht wie jene ihre Lege- batterien ins osteuropäische Ausland verlagern können.
Das, was jetzt von interessierter Seite in Form der soge- nannten „Kleinvoliere“ als Weltneuheit und gleichsam Ei des Kolumbus der Hühnerhaltung vorgestellt und während der Agrarministerkonferenz in Warburg auf einem Lkw ohne lebendes Inventar (!) ausgestellt wurde, ist im Prinzip nichts anderes als ein leicht modifizierter „ausgestalteter Käfig“. Diesem wurde durch eine die wenigen Praxisbetriebe begleitende wissenschaftliche Studie attestiert, dass er nicht tiergerecht ist. Daher ist es kein Wunder, dass es von dem neuen Käfig mit dem wohlklingenden Namen „Kleinvoliere“ nur Fotos mit sehr wenigen Hennen darin gibt, nicht aber mit den angestrebten 60 Tieren je Abteil! Der Kompromissvorschlag der Verbraucherschutzministerin hätte vielleicht einen Ausweg aus der verfahrenen Situation gewiesen. Die Wortführer der Legebatteriebesitzer wollen aber nur Legebatterien mit mindestens drei Einheiten übereinander und lehnten deshalb diese Alternative von vornherein kategorisch ab!
Wir Tierschützer finden es beschämend, dass es immer noch Menschen gibt, die meinen, dass Legehennen nur in Drahtgitterkäfigen gehalten werden können. Dabei gibt es Alternativen wie den Mobilstall von Max Weiland (
www.huehnermobil.de), die den Hennen ein art- und verhaltensgerechtes Leben ermöglichen und gleichzeitig durch etwa 14-tägiges Umsetzen von Stall und Auslauf die Natur nachhaltig schützen. Informationen über die verschiedenen Haltungsformen von Legehennen (und den neuen Eier-Code) gibt es im Internet unter www.eier-deklaration.de.
Mit freundlichem GruĂź
Eckard Wendt, Vorsitzender der AGfaN e.V.
Bildunterschrift:
“Nichts wie raus aus dem Käfig! Dieses Foto sei in einer Legebatterie mit einem ausgestalteten Käfig aufgenommen worden, dessen Tür einen Moment aufstand, wie unser Leser Eckard Wendt berichtet.”

Leider nicht immer das Gelbe vom Ei!
Seit Massentierhalter in die alternative Hennenhaltung (Freiland und Bodenhaltung) einge- stiegen sind, herrschen dort, wo VerbraucherInnen glücklich Hühner vermuten, zum Teil schreckliche Zustände. Die meisten Tierschutzorganisationen, insbesondere die großen, verheimlichen bisher ihren Mitgliedern diese traurige Tatsache. Das machen wir nicht mit.
Unsere vom Herbst 2003 stammende Stellungnahme zu diesem Problem finden sie
hier.

1.
Unverpackte Eier:
Viele Verstöße gegen die Kennzeichnungspflicht!

Beim Verkauf loser Eier wird auch mehr als 180 Tage nach Inkrafttreten der neuen EU-Kennzeichnungsverordnung immer noch aus Unkenntnis oder oft sogar in betrĂĽ- gerischer Absicht gegen die Vorschrift zur Angabe der Haltungsform verstoĂźen.

Vorsicht:
Die EU-Vermarktungsnorm für Eier lässt leider noch bis zum 30.06.2005 eine Betrugsmöglichkeit offen!
Aus gegebenem Anlass weisen wir deshalb nachdrĂĽcklich auf Folgendes hin:
Selbstvermarkter, die ausschließlich Eier aus eigener Hühnerhaltung mit weniger als 350 Hennen verkaufen, brauchen die Eier leider nicht zu stempeln. Aufgrund Artikel 2 Absatz (3) sind sie nicht nur beim Verkauf ab Hof, sondern auch beim Verkauf auf Wochen- märkten nicht verpflichtet, die Haltungsform offen auf einem Beistellschild anzugeben!

Lassen Sie sich also nicht täuschen! Bestehen Sie auch in diesen Fällen immer auf der schriftlichen Angabe der Haltungsform! Für ehrliche Händler ist diese Angabe kein Problem (“Biohaltung”, “Freilandhaltung”, “Bodenhaltung” oder “Käfighaltung”). Anders ist das bei denjenigen Anbietern, die ihre Kunden über viele Jahre nach Strich und Faden belogen hatten. Sie verkaufen fast immer Käfigeier und wollen dies nicht zugeben, weil sie die Wahrheit scheuen wie der Teufel das Weihwasser.

Beispiel einer irreführenden Angabe, wie sie von Selbstvermarktern, die über die wahre Herkunft der Eier hinwegtäuschen wollen, gern verwendet werden!
Beachten Sie: “Landeier” sind fast immer Käfigeier”!
Achtung: Diese Eier wurden falsch deklariert!
Hier müsste “Eier aus Käfighaltung” angegeben werden, weil der Händler Wiederverkäufer ist, die Eier also nicht aus seiner eigenen Hühnerhaltung stam- men. Aber auch Selbstvermarkrter täu- schen ihre Kunden oft auf diese Weise!

Wenn Sie Bezeichnungen wie “Land- eier”, “Eier vom eigenen Bauernhof”, “frische Eier” oder andere Angaben als die vorgeschriebenen Bezeichnungen sehen, dann sind es fast immer Käfig- Eier aus einer Legebatterie!

Die einschlägigen Gesetze sind im Gesetzes-Register der EU zu finden.
1. die Vermarktungsnorm fĂĽr Eier:
“
Verordnung (EWG) Nr. 1907/90 des Rates vom 26, Juni 1990 über bestimmte Vermarktungsnormen für Eier” in der derzeit gültigen Fassung, wichtig in diesem Zusammenhang sind insbesondere Artikel 13 und Anhang II
und
2. die DurchfĂĽhrungsbestimmung hierzu:
“Verordnung (EG) 2295/2003 der Kommission vom 23.12.2003 mit Durchfüh- rungsbestimmungen zur Verordnung (EWG) 1907/90 des Rates über bestimmte Vermarktungsnormen für Eier”

Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL), Ref. 422 teilte PAKT e.V. auf Anfrage am 16.04.04 zur Kennzeichnung lose angebotener Eier mit:
“(...) In diesem Zusammenhang ist ... Artikel 13 dieser Verordnung (Anm.: 1907/90) zu beach- ten, nach dem beim Lose-Verkauf von Eiern obligatorisch die Haltungsform auf dem Verkaufszettel anzugeben ist. (...)”
In dem genannten Artikel 13 heißt es unmissverständlich:
“(1) Im Einzelhandel feilgehaltene oder angebotene Eier werden nach Güteklassen und Gewichtsklassen sowie nach der Art der Legehennenhaltung ausgestellt. Die verschie- denen Güte und Gewichtsklassen sowie die Art der Legehennenhaltung sind für den Verbraucher deutlich und eindeutig sichtbar auf dem Verkaufsregal anzugeben.” (Ausnahme nach Art. 2 Abs. 2 (3) bis 30.6.05 siehe oben)

Die vorzunehmende Kennzeichnung schreibt der Anhang II der Verordnung 2295/2003 auf Seite 16 vor:
“Eier aus Freilandhaltung” (der Code auf dem Ei beginnt mit “1-”)
“Eier aus Bodenhaltung” (der Code auf dem Ei beginnt mit “2-”)
“Eier aus Käfighaltung” (der Code auf dem Ei beginnt mit “3-” Übrigens:Tierfreunde kaufen keine Käfigeier!)
Für Eier aus ökologischer Legehennenhaltung gilt entsprechend:
“
Eier aus ökologischer Haltung” oder “Eier aus Bio-Haltung”(der Code beginnt mit “0-”)
AusfĂĽhrliche Informationen ĂĽber die verschiedenen Haltungsformen finden Sie
hier

Und so schĂĽtzen Sie sich vor Betrug:
Kaufen sie niemals Eier ohne Angabe der Haltungsform!