Ammenmärchen der Käfig-Lobby

Es gibt eine Reihe von Leuten (darunter auch Politiker und sogar Wissenschaftler mit Doktortitel und Profes- soren), die behaupten, eine Freilandhaltung aller deut- schen Legehennen sei aus Platzgründen nicht möglich. Dabei ist es sehr leicht auszurechnen, dass eine Flä- che von ca. 20 km x 20 km ausreichen würde, um alle Legehennen Deutschlands in sehr guten Auslaufhal- tungen mit Wechselausläufen unterzubringen.

Wir haben in Deutschland ca. 40 Millionen Legehen- nen. Wenn wir für jede Henne 10 m², also mehr als das Doppelte der vorgeschriebenen 4 m², vorsehen, ergibt sich ein Flächenbedarf von 40.000.000 x 10 m² = 400.000.000 m². Um sich diese Fläche besser vorstellen zu können, machen wir daraus ein Quadrat mit einer Seitenlänge von 20 000 m, denn √400 000 000 m² = 20 000 m. Da 20 000 m = 20 km sind, ist hiermit bewiesen, dass ein Quadrat dieser Kantenlänge den Platzbedarf der deutschen Hennen in Freilandhaltung decken würde und die Anfangs-Behauptung hiermit widerlegt ist. Die berechnete Fläche entspricht übri- gens ca. 0,1 % ( also einem Tausendstel ) der Fläche Deutschlands.

Zu bedenken ist noch, dass eine artgemäße Hühner- haltung sich sehr gut kombinieren lässt mit einer wei- teren Nutzung der Fläche, z. B. mit ökologischem Obst- anbau oder der Freilandhaltung anderer Tiere, so dass sich der Ertrag des Landwirts noch steigern lässt gegenüber einer ausschließlichen Hühnerhal- tung. 

Ingrid Wendt                                                                      
Fotos: Eckard Wendt


Siehe hierzu auch: Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt
www.albert-schweitzer-stiftung.de/tierschutzinfos