Haltungsformen

Ab dem 01. Januar 2004 gelten neue Vermarktungsvorschriften  für Eier!

1.   Auf allen Eierverpackungen muss die Haltungsform angegeben sein:
 
“Eier aus Freilandhaltung”, “Eier aus Bodenhaltung” oder “Eier aus Käfighaltung”

2.   Alle Eier müssen mit einem Code versehen sein.        

Wir Tierschützer fordern weiterhin, dass die schon jetzt auf freiwilliger Basis mögliche zusätzliche offene Angabe der Haltungsform auf den Eiern endlich auch gesetzlich vorgeschrieben wird, also: “Freiland”, “Boden” und “Käfig”.
  
                       Beispiel eines Eier-Codes: 1 - DE - 1234567
 
                    1       -         DE      -            12                 34567
                         Haltungsform -  Land (Deutschland)  -   Bundesland (Brandenburg)  Betrieb und Stall

Die Ziffer der ersten Stelle gibt die Art der Hühnerhaltung an:

0 = Bio-Freiland-Haltung:
Soll immer Freilandhaltung mit 4,0 m² Auslauffläche / Huhn sein (leider sind in wenigen Ausnahmefällen bis zum Jahr 2010 auch nur 2,5 m² / Huhn und einige wenige Betriebe sogar ohne Auslauf gestattet), Besatzdichte im Stall: max. 6 Hennen / m² nutzbare Fläche; alte und gute Ställe mit einer Ebene und Stangen zum Aufsitzen, neuere Ställe meistens mit “Volieren” (= Gestelle mit mehreren Etagen) und “Kaltscharrraum”, der jedoch während der Hauptlegezeit meistens versperrt bleibt. Aufbaumen und Scharren sind möglich, Nester für ungestörte Eiablage vorhan- den. Das Futter ist aus ökologischem Anbau.
Dies ist vom Ansatz her die beste aller Haltungsformen für Legehennen.
Mehr Fotos finden Sie hier: Ausläufe
                                                                                                                                                                                                                        
Beispiel eines guten Auslaufs mit Schatten

1 = Freilandhaltung:
Immer mit mindestens 4,0 m² Auslauf / Huhn, Besatzdichte im Stall: max.9 Hennen / m² nutzbare Fläche, die Ställe entspre- chen denen unter “0” = Biohaltung                                       

2 = Bodenhaltung:
kein Auslauf, Besatzdichte im Stall  max. 9 Hennen / m²,
Die Ställe entsprechen den vorstehend bei “0” = Biohaltung beschriebenen.

Mehr Fotos finden Sie hier: Ställe

Beispiel eines Folienstalls mit Tageslicht bei nur 9 Hennen / m² steht relativ viel Platz zur Verfügung. Durch verstellbare Vorhänge kann der Lichteinfall reguliert werden. Damit lassen sich grelle Lichtflecken oder -bänder vermeiden, die Federpicken auslösen können.

 

3 = Käfighaltung:
In Deutschland sind die herkömmlichen Käfiganlagen seit Januar 2010 endlich verboten. Erlaubt sind jetzt aber leider immer noch die in irreführender Absicht als “Kleingruppenhaltung” bezeichneten großen ausgestalteten Drahtgitterkäfige mit bis zu 60 Hennen je Abteil.
Die Tiere haben darin als einzige Verbesserung ein abgeschattetes Gruppennest mit Kunststoff-Noppenmatte zur relativ ungestörten Eiablage. Die Sitzstangen stellen keine Verbesserung dar, weil die Tiere zur Vermeidung des Draht- gitterbodens viel zu lange auf ihnen sitzen, was zu schmerzhaften Fußballengeschwüren und  -entzündungen führt. Außerdem ist auf den auf halber Höhe angebrachten Stangen nur geducktes Sitzen möglich. Das ursprüngliche “Sandbad” besteht inzwischen nur noch aus einer Scharrmatte aus Kunststoff.
Auch dieser Käfigtyp lasst sich nur bei Dämmerlicht betreiben, weil sonst Federpicken vorkommt und der daraus resultie- rende Kannibalismus zu schlimmem Tierleid und großen wirtschaftlichen Verlusten führen würde.
Mehr Fotos von den neuen Käfigen finden Sie hier: Legebatterien                                                                                                                                                                                                 Beispiel eines Legekäfigs des neuen Typs

Merke: Hühner sind keine blinden Grottenolme , sondern tagaktive Vögel!  Sie brauchen deshalb Tageslicht und frische Luft! (Der Grottenolm ist eine Lurch-Art, die in Höhlen lebt und deshalb keine funktionsfähigen Augen hat.)

Hinweise:
1. In Österreich sind auch die vorstehend beschriebenen Käfige verboten.
2. In den übrigen EU-Mitgliedsstaaten sind die herkömmlichen Legekäfige noch bis Ende 2011 erlaubt.
3. Eier aus Staaten außerhalb können noch aus weit schlimmeren Käfigen stammen. Sie werden als Industrieeier für Fertigwaren verwendet (z. B. für Kuchen, Eierlikör u. a.).

Tu etwas Gutes für die Hühner und für Dein Gewissen:
Kauf kein Ei mit einer “3”, denn es kommt aus  Quälerei!
Unser aktuelles Infoblatt zum Eierstempel finden Sie hier