“Kleingruppenhaltung”
So nennen die Hühnerbarone die neuen Legekäfige, die sie nach und nach in ihre alten Ställe einbauen, um auch ab dem 01. Januar 2009 möglichst großen Profit aus mög- lichst vielen Legehennen auf kleiner Fläche erzielen zu können.
Achtung: Die hier nachstehend auf dem Eierkarton aufgedruckte Bezeichnung “Kleingruppenhaltung” ist NICHT zulässig! Wenn Sie diese unzulässige Kennzeichnung auf Kartons oder auf den Beistellschildern sehen (z. B. als Angabe an Regalen oder neben lose verpackten Eiern an Marktständen), informieren Sie bitte die zuständige Lebensmittelaufsicht oder die Wochenmarkt-Aufsicht und schicken Sie uns eine Nachricht per E-Mail:
info@tierschutz-landwirtschaft.de.  


© Informationskreis Legehennenhaltung (IkL)
Lassen Sie sich nicht hinters Licht führen und betrügen! Merken Sie sich deshalb: Käfig bleibt Käfig! Egal, wie auch immer er in irreführender Absicht genannt wird!
Sehen Sie selbst, wie es in solchen Legebatterien aussieht:
 

Und so geht es in den neuen Käfigen zu: Das linke Foto zeigt die Enge bei gleichmäßi- ger Verteilung. Die Betreiber solcher Käfiganlagen loben den “Omnibus-Effekt” in höchsten Tönen und verweisen darauf, dass die Hennen herumgehen können, wobei es auch dazu kommen kann, dass einmal weniger Tiere beieinanderstehen. Solche Fotos zeigen die Befürworter gerne. Die Kehrseite, nämlich die gleichzeitig an anderer Stelle im Käfig entstehende Enge wie im rechten Foto, verschweigen sie selbstver- ständlich. Auch geben sie nicht zu, dass das System nur bei Dämmerlicht funktioniert. Bei normaler helligkeit würde Kannibalismus ausbrechen und zu wirtschaftlichen Einbußen führen.
Was von den “Anreicherungen” wie Einstreumatte (“Scharrbereich” / “Staubbad”) und Legenest zu halten ist, erfahren Sie weiter unten bei den sogenannten “ausgestal- teten Käfigen”, die kleiner sind und in die darum weniger Hennen passen. Deshalb bevorzugen wir seitens der AGfaN e.V. für die größeren Käfige auch den zutreffende- ren Begriff “Großgruppen-Käfighaltung” oder kurz “Großgruppenhaltung”.

Blick in einen Legekäfig neuen Typs (s.o.)     © BIG DUTCHMAN
(Stalleinrichter, Vechta-Calveslage)

Käfighaltung und Legebatterien

Hühnerkäfige und Legebatterien werden von Tierfreunden und Tierschützern prinzipiell ab- gelehnt. Der ehemalige Direktor des Frankfurter Zoos, Prof. Dr. Grzimek, bezeichnete sie als “Hühner- KZ”. Der Theologe und Bischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), D. Martin Niemöller, meinte in einem Schreiben an den seiner- zeitigen Präsidenten des Zentralverbandes der Deutschen Geflü- gelwirtschaft (ZDG), Prof. Dr. Schlütter, das er in Kopie  einem Tierschutzverein gab, das Dasein der Legehennen in den Käfigen müsse für die Hühner noch schlimmer sein, als das, was er im KZ durchlebt habe, denn ihm sei es möglich gewesen, über seine Lage nachzudenken und nach einem Sinn zu suchen.

Diese riesige Legebatterie-Anlage gehörte früher einmal Anton
Pohlmann

Legebatterien gibt es in kleinen Ställen und Scheunen, aber auch in riesigen Anlagen, die schon rein äußerlich wie Gefängnisse ohne einen Bereich für Bewegung der Häftlinge im Freien gebaut sind. Diese Anlagen bieten den Hennen nur Futter, Wasser und (wie perfide!) das, was die Betreiber als “Schutz vor Beutegreifern” bezeichnen. Die Käfige verhin- dern die Befriedigung aller anderen natürlichen Bedürfnisse wie Ausstrecken, Flattern, fortschreitende Be- wegung und Scharren beim Fressen, Be- schäftigung mit der Umwelt statt eintöni- ger Langeweile, artgemäße Gefiederpflege im Sandbad, ungestörtes Eierlegen und Ruhen auf einer Stange sowie Ausweichen bei Annäherung im Rang höherer Hennen (Folge: Federpicken und Kannibalismus.
Blick in den Gang einer Legebatterie (mit Blitzlicht, weil es sonst zu dunkel wäre)
                                                                  
Auch die so genannten “ausgestalteten Käfige”, die von denen, die sich Hühner nur in Lege- batterien vorstellen mögen,  beschönigend  auch  “Kleingruppenkäfige” oder gar ”Hühner- WG” genannt  werden, können den meisten natürlichen Bedürfnissen der Hennen nicht ge- recht werden: Die Käfige sind zuniedrig und haben fast durchgängig Gitterboden. Die Nester werden von starken Tieren besetzt gehalten, sodass rangniedere keinen Platz in ihnen fin- den und ihre Eier doch weiterhin auf dem Gitter ablegen müssen. Das Sandbad wurde wegen technischer Schwierigkeiten zu einem Staubbad, in das meistens Futtermehl einge- streut wird! Die Hennen picken es schnell auf und scharren sogar auf dem Kunstrasen. Aber zur Gefiederpflege ist diese Einrichtung absolut nicht geeignet. Die Abriebflächen für die Krallen sind technisch nicht ausgereift und eignen sich entweder nur für braune oder für weiße Rassen, denn deren Krallen wachsen unterschiedlich schnell, sodass es nach dem Einstallen der jeweils ungeeigneten Art entweder durch zu starke Abnutzung zu Hautver- letzungen und Entzündungen kommt oder die Krallen zu lang bleiben.

Hier sehen Sie einen so genannten “ausgestalteten” Käfig, der auch in be- schönigender Absicht und zur Irreführung der Verbraucher als “Hühner-Apartment” oder Hühner- Wohngemeinschaft” (Hühner-WG) bezeichnet wird.
Zu einem Abteil mit mind. 12 Hennen gehören jeweils vier an den Streben im oberen Teil erkennbare Felder. Hinter den vorderen vier Feldern be- findet sich ein weiteres Abteil.
Das Legenest befindet sich (ohne obere Abdeckung) rechts im 1. Feld von vorne. Nach vorne wird es durch rote Kunststoff-Lamellen abge- schattet (was bei der in den Ställen herr- schenden fast völligen Dun- kelheit eigentlich unnötig ist). Die Sitzstangen sind nur so hoch angebracht, dass Eier, die wegen Platzmangel im Nest außerhalb mehr “verloren” als verlegt wurden, zum Eiersammelband hin abrollen können. Der Käfigboden besteht aus herkömmlichem Drahtgitter.
Das Staubbad befindet sich links im zweiten Feld von vorne.


(Foto: DGS-Spezial zur EuroTier 2000)


Im linken Käfig ist ein Stückchen Kunststoffrasen für das Staubbad auf den Gitterboden gelegt worden. Können Sie Sand oder Lege- mehl zum Baden und zur Gefiederpflege darin entdecken? Nein? Nun das liegt daran, daß Legemehl nur in “homöopathischer Dosen für das “Legemehl-Bad” So eng geht es im “ausgestalteten Käfig” zu! Im rechtenierung” darauf gestreut wird.
Im rechten Foto ist das “Sandbad” halbhoch eingebaut. Die Henne kann sich noch nicht einmal aufrecht hinstellen, schütteln könnte sie sich überhaupt nicht.

Es gibt auch sogenannte “ausge- staltete Käfige” mit größeren Einheiten von bis zu 60 Lege- hennen je Käfig. Das nachste- hende Foto wurde in einer solchen Legebatterie aufgenom- men, die die Betreiber selbst  in irreführender Absicht als “Klein- voliere” bezeichnen, um die Verbraucher über die tatsächli- chen Zustände wie Enge und die Dunkelheit in den Käfigen hin- wegzutäuschen. Seien Sie skep- tisch und lassen Sie sich bitte nicht durch derartige verbale “Nebelbomben” hinter das Licht führen!  Seit 2007 benutzen die Hühnerbarone den ebenso irre- führenden Begriff “Klein grup- penhaltung” (siehe auch ganz oben).

Stellungnahme der AGfaN zu diesen tierquälerischen Käfigen

 Legehennen wissen ganz genau, was sie wollen:

Nichts wie raus aus dem Käfig!

Diese Aufnahme wurde in einer Legebatterie mit “ausgestalteten Käfigen” gemacht,  als eine Henne zur Begutachtung des Gefieders herausgenommen und das Gitter nicht sofort geschlossen wurde.
Helfen auch Sie den Legehennen!
Werden Sie nicht mitschuldig an den schrecklichen Leiden der der Tiere.
Helfen Sie mit, die Hühner zu befreien, in- dem Sie sich an diesen Vorsatz halten:
Ich kauf und ess kein Ei mit einer “3”,
denn es kommt aus Quälerei!
 
Text und Fotos:
Eckard Wendt